Liebe Freunde und Mitglieder des organisierten Gebrechens,
ja, es ist lange her, dass auf diesem Kanal gesendet wurde. Der/die ein oder andere wird gesagt haben, Gott sei Dank, endlich Ruhe, wiederum andere sprachen mich bisweilen an, was denn da los wäre, ob ich eventuell oder womöglich gar verstorben wäre. Nein. Manchmal haben andere Dinge eben Priorität. Aber habt ihr es bemerkt? Drei Begriffe in diesem einen Satz, Worte, scheinbar beiläufig hingeworfen, dennoch von tiefster Bedeutung für dieses merkwürdige Ereignis Menschsein, denen wir im Laufe des nun folgenden Aufsatzes immer wieder begegnen sollten, ich möchte fast sagen, die, wie ein Menetekel über allem schweben: GOTT, RUHE und der TOD.
Ich habe lange mit mir gerungen, oft des Nachts in mein Kissen gebissen, von Fiebertäumen geschüttelt, bis endlich der Entschluss gereift war, ja, ich oute mich, ich gehe offen damit um. Was jeder C – Promi in der Talk – Show kann, kann ich erst recht.
Ich hoffe inständig, dass ich damit vielen Brüdern, geschundenen Leidgenossen, wenigstens ein kleines Licht in der Dunkelheit, einen Wegweiser an die Hand geben kann. Ich sage euch, ja, ich bin diesen Weg wahrhaftig gegangen, ja, er war dornig und schwer, und ja, ihr schafft das, aber eins muss euch auch klar sein:
SCHEISSE JUNGS, ES IST EIN VERDAMMTER RITT DURCH DIE HÖLLE!
Das nun folgende Werk, vielleicht mein bisher persönlichstes, trägt den etwas sperrigen Titel:
„Prostatahyperplasie – unter den Augen des Gefolterten“.

Es sollte vielleicht noch Erwähnung finden, dass das Thema ein hauptsächlich männliches Problem behandelt, es für Frauen also nicht direkt maximal von Interesse sein könnte, zumal es auch und vor allem in bisweilen unappetitliche Bereiche unter der Gürtelinie hinabreicht, in denen das männliche Geschlechtsteil eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Damen, die jetzt fragen, – wie, mein Mann hat ein Geschlechtsteil? – sei angeraten, sich vielleicht anderen Thematiken zuzuwenden. Ich empfehle die Lektüre der Apothekenumschau oder den VHS – Kurs „Achtsam Gemüse fritieren“ mit Birte Jablonski.
Desweiteren warne ich ausdrücklich zartbesaitete Wesen aller Art, dieser Text kann Spuren von unverhältnismässiger Gewalt und blutrünstigen Grausamkeiten enthalten.

Zur Sache! Der männliche Homo Sapiens verfügt über eine sogenannte Prostata, eine Drüse, welche im Unterleib, der Blase vorgelagert, an der Harnröhre rumlungert. Dem Vernehmen nach erfüllt sie dort, salopp formuliert, eine Art Boosterfunktion für die männliche Reproduktionsfähigkeit. Scheinbar lastet sie das nicht aus. Von Minderwertigkeitsgefühlen durchdrungen, legt sie sich daher gelegentlich schlechte Angewohnheiten zu, z.B. sich breit zu machen und zu randalieren. Das ist oft gutartig (sie meint´s ja nich so), aber randaliert wird trotzdem. Was allerdings dummerweise zur Folge hat, das der direkte Nachbar (Blase) vermehrt gezwungen wird, Platz zu machen (Wasser zu lassen), und wegen unzumutbarer Belästigung die Polizei (Urologe) ruft. Die Polizei beschwichtigt und droht eine Zeit lang (pharmazeutische Erziehungsmassnahmen), bis alle, ausser der Randalierer, die Nase voll haben. Es folgt eine polizeiliche Zwangsmassnahme, die sich gewaschen hat. Wie immer ist sie nach deren Auffassung (Polizei) verhältnismässig. Wir kennen das.
Um jetzt wieder auf die persönliche Geschichte zurück zu kommen, befand ich mich also in jener unkomfortablen Situation, eine gewisse Zeit schon schlaflos mit dem/der Hooligan ausgehalten zu haben, was aber jeglicher Perspektive auf eine gemeinsame Zukunft entbehrte (er/sie hatte bereits die Ausmasse eines japanischen Zierkürbisses weit übertroffen).
Daher suchte ich den sachkundigen Rat eines nahen Verwandten, der zufälligerweise über die nötige medizinisch – fundierte Expertise verfügte. und schon geraume Zeit als Prostata – Lieferant für die entsprechenden Krankenhaus – Operateure fungierte. Dieser hatte bereits die langjährigen expansiven Rüpeleien meines Organs dokumentiert, was ihn zu der finalen Küchentisch – Diagnose  veranlasste: ist doch kein grossen Ding, die hauen wir weg, MIT LASER!!! Ich sah mich kurz in einem „Krieg der Sterne“ Szenario, fand aber schnell den Weg zurück zum Planeten der Realität.
In meiner Funktion als Ratgeber für bedrohte Männer muss ich an dieser Stelle unbedingt den Warnhinweis platzieren, wenn jemand in diesem Zusammenhang von „ist doch kein grosses Ding“ spricht, ist das entweder ein Arzt, oder eine Frau, manchmal auch beides  – es ist in jedem Fall gelogen!
Wie dem auch sei, ich willigte in einen zügigen Ablauf der angedachten Prozedur ein, zumal der Grat nervlicher Zerrüttung erreicht schien und meine natürliche Resillienz am Boden lag. Durch die vortrefflichen Beziehungen meines Anverwandten liess sich schnell ein Termin in einem angeblich gut beleumundeten Etablissement finden. „Die sind super, die machen das dauernd.“
ABER ICH NICHT!
Das Verfahren beginnt dann auch erstmal harmlos. Es ist das übliche Krankenhaus – Geduldsrodeo. Man stellt sich drei Tage vorher ein, wandert durch mehrere Stationen, es werden Formulare ausgefüllt, Blut gegeben, Urin gelassen, Ultraschall beschallt, Belehrungen runtergebetet und dazwischen stundenlang gewartet, gewartet, und nochmal gewartet. Beim Zieleinlauf reichte man mir eine Siegerurkunde in die erschöpfte Hand, darauf stand: Freitag 6:45, nüchtern und willenlos. Ich übergab mich.
Bewusster Morgen brach über mich herein, ich war übernächtigt, ich war nervös, bildete mir ein, die Renitente hätte noch mehr randaliert. Ich hätte ihr keinen Alkohol geben sollen. Ach, wahrscheinlich alles NUR eingebildet. Die Ahnung auf das Bevorstehende trug nicht zur Beruhigung bei, das Warten vor allem. Meine Liebste fuhr mich hin, sie plapperte mir Aufmunterndes zu. Mich munterte alles eher ab. Völlig ausgemuntert. Es ging dann recht flott, sie gab mich beim Check – In ab. Umarmungen, Küsse, Abschiedsworte. Sie musste zur Arbeit. Angeblich. Ob sie schon einen Neuen hat, dachte ich.
Im Wartebereich sassen bereits einige Männer, keiner sagte etwas. Es war 6:45. Ich zog eine Warte – Nummer. An der Wand hing ein Kreuz. Dunkelbraun. Düster. Der Gefolterte. Wohl ein kirchlicher Träger, der Betreiber dieses Schuppens, dachte ich. Der Sommermorgen war mild und trügerisch. Die Männer waren blass, alt, so wie ich. Sie warten auf ihre Kreuzigung. Da wusste ich noch nicht, wie recht ich behalten sollte.
Langsam lichtete sich das Feld, die ersten wurden abberufen, verschwanden irgendwohin, vergessen von der Welt, aus. Zwei Frauen sassen auch noch da rum, neben ihren müden Männern. Im Gesicht der welke Duktus einer ausgelaugten Ehe. Wahrscheinlich gehen sie mit bis auf`s Zimmer und packen die Wäsche in den Schrank. Ich mag sowas nicht. Das suggeriert nur einen längeren Aufenthalt.
Eine Dame kam aus dem Büro, mein Name wurde aufgerufen. Ziemlich früh, dachte ich, aber sei´s drum. Mir ist es immer lieber, wenn es endlich losgeht, dann ertrinkt die ganze beschissene Nervosität in der für mich unübersichtlichen Komplexität der Abläufe.
Das Dreibettzimmer wirkte aufgeräumt. Ein drahtiger Mittsechziger zog sich vor dem gegenüberliegenden Bett aus und packte seine Sachen in die Tüte „Patienteneigentum“. Graumeliert, braungebrannt, Privatpatient. Er lächelte. Ich nicht. Er zog das bereitgelegte Krankenhaus – Engelshemd an und legte sich auf das Bett. Lässig. Eine Schwester erschien und schob ihn mit Bett hinaus. Er nickte mir zu. Scheisse, war der gut drauf. Ich nickte knapp zurück. Alles Fassade, auch du wirst weinen, mein Freund.
Ein Moment allein. Ruhe. Besinnung. Aber nicht lange. Im Krankenhaus ist man nie lange allein, das wusste ich. Eine Frau in den mittleren Jahren betrat die Szenerie und fragte in osteuropäischem Akzent nach meinen Essenswünschen für die nächsten Tage, eventuelle Unverträglichkeiten usw. Das überforderte mich kollosal. Ich sagte ein paarmal, ja, nehm ich, genau. Es kam nie auf der Festplatte an, nicht mal im Zwischenspeicher.
Eine weitere Frau erschien, der Akzent war ähnlich. Sie wollte wissen, ob ich Haare auf dem Bauch hätte, die müssten weg bis unten hin. Wieder diese Überforderung. Sie bot an, es zu machen, ich könne aber auch selber …
Ich bin Heimwerker! Der Langhaarschneider surrte auf meinem Bauch, ich schnitt mir zweimal leicht in krumpelige Haut am Sackansatz, minimale Blutung, kein Schmerzempfinden, gar kein Empfinden mehr. Anschliessend zog ich mich vollständig aus, das letzte Hemd an, mechanisch, teilnahmslos. Ich kannte das Anforderungsprofil. Nach einer längeren stillen Phase erschien die nächste holde Fee, älteres Modell, kräftig gebaut, ohne Akzent. Resolut. Hinlegen, zudecken, wir fahren los. Wohin? Nach Lodz? Ohne den Theo? Okay, dann halt mit mir.
Im Keller erwartete mich eine sehr freundliche Dame, ich kannte den Akzent, in sehr professionell anmutendem Outfit. Emergency – Room , Folge 628, wie ist der Puls, Schwester, mehr Adrenalin, schnell, schnell, wir verlieren den Patienten …
Im Raum lagen noch zwei Andere, es piepte unentwegt, fahles Licht fiel durch einen Schacht. Der Sommer war vorbei. Die nette Dame schob mich in eine Ecke und meinte, ich müsse noch etwas warten, der OP wird vobereitet. Das piepen wurde plötzlich zum durchgängigen Dauerton, Folge 1589, Stimmengewirr, Fussgetrappel, holen sie Doc Murphy, er ist der Einzige, der jetzt noch helfen kann …
Doc Murphy kam aber nicht. Es kam eine OP Schwester, wieder ähnlicher Akzent, Outfit gnadenlos in Richtung Emergency, meine vierte Chauffeuse an diesem Morgen. Das Lächeln wirkte etwas verhalten, aber vertrauenerweckend, slawische Schwermut. Ich hörte das alte Lied der Taiga, das schon damals ihre Mutter sang.
Der OP war klein, warscheinlich dem anstehenden Projekt angepasst. Herztransplantationen würden hier sicher nicht zu erwarten sein, hier werden nur kleine Randalierer erstochen, dachte ich. Nachdem ich mich vernehmlich stöhnend, aber aus eigener Kraft von meinem Bett auf den OP – Tisch gewälzt hatte, musste ich die Beine auf die dafür vorgesehen Halter hoch legen, so gynäkologenstuhlmässig. Die zwei noch anwesenden mittelalten Schwestern schauten diesem entwürdigenden Schauspiel mit professioneller Gleichmut zu. Ich glaubte, bei der Einen einen spitzen, langen Eckzahn aufblitzen zu sehen. Das bei mir aufkommende Unbehagen ob meines freiliegenden Gemächts, wurde jäh unterbrochen, schob sich doch plötzlich ein freundliches BWL – Gesicht, sieben Tage Vollbart, Metallrand – Brille, von oben in mein Blickfeld, und gab sich als Betäubungsfachkraft zu erkennen, was ihn mir auf Anhieb unglaublich sympatisch machte. Da meine Arme bereits in operativ – vorgesehener Position (Zugang auf dem linken Handrücken) lagen, sah ich von einer euphorischen Umarmung ab. Ich muss vielleicht erklärend hinzufügen, dass mir diverse Narkotika von je her, in meiner fortgeschrittenen Altersphase aber im ganz speziellen, als durchaus hilfreich vorkamen. Ich stelle bei mir interessanterweise einen Trend von bewusstseinserweiternden zu bewusstseinsverhindernden Substanzen fest, Favorit ist derzeit Propofol, ein Stoff, der bei Anästhesisten gerade „Top Of The Pops“ ist.
Er würde ab jetzt auf mich aufpassen, erklärte der BWLer routiniert, eine Aussage, die schwerlich zu überprüfen war, denn eine Sekunde später gingen bei mir die Lichter aus.

Ich blinzelte, es war mir zu hell. Ein osteuropäischer Akzent sprach meinen Namen aus. War das der Tod? Oder Putin? Nein, wohl kaum. Mir fehlte das Gefühl für Raum und Zeit, aber das war okay. Matt bat ich Piroschka um die Erlaubnis, weiter zu schlafen. Piroschka meinte, ich solle mir Zeit lassen. Piroschka, warum verdammt nochmal Piroschka? Es gab diesen Film „Ich denke oft an Piroschka“ mit Lieselotte Pulver aus den Fünfzigern und der tangierte meines Wissens urologische Themen nicht mal perifär. Ich muss dringend diesen BWLer sprechen! Piroschka tauchte gelegentlich an meinem Bett auf, irgendwann war sie ganz weg, und die Schwester von vorhin (wann auch immer das war) fragte nach meinem Befinden. Ich meinte, 1A. Es war mehr 1B, aber das behielt ich für mich. Das Gefühl kehrte langsam in meinen Körper zurück. Etwas war anders.
Es war früher Nachmittag, als ich wieder auf Station lag. Die Türen und Fenster standen auf, ein  leichter Wind zog durch das Gebäude, der die Hitze halbwegs erträglich machte. Ich soff ungefähr drei Kannen Wasser, die auf Zuruf immer wieder befüllt wurden. Jetzt wusste ich was anders war. Kein Druck auf der Blase. Nullkommanull. Dafür hing ein transparenter Schlauch aus meinem Bett heraus, der in einen durchsichtigen Plastikbeutel führte und unablässig rötlich – orange Flüssigkeit beförderte. Eine andere, glasklare Flüssigkeit an einem Infusionsständer floss offenbar in mich hinein. Nein, du schaust dir das Desaster nicht an, sagte ich zu mir, und ja, du bist feige. Stattdessen erfassten meine trüben Augen neben mir, weiter oben an der Wand, den Gefolterten, ca. 30cm, stilisiert, schwarz, Metall. Unerbittlich festgedübelt, unerbittlich unerlösend. Melancholie kroch von den Fusszehen bis in meine Haarspitzen, wie eine ungewollte Infusion, unsichtbar und aber stetig tropfend.
Mein Bettnachbar war deutlich lebhafter. Wir tauschten ein paar Worte aus, Bauingenieur, noch voll im Berufsleben, irgendwas mit der Blase, ich glaube, sie haben ihm einen Wasserhahn fest montiert. Ich wollte es aber eigentlich gar nicht wissen. Er spekulierte auf seine morgige Entlassung, mit Hahn, was soll´s.
Das Abendessen kam um 17:00 Uhr. Zwei Scheiben Brot, Aufschnitt, Gürkchen. Wer denkt sich sowas aus? Es schmeckte nach Vergangenheit, Kindererholungsheim, NSU Prinz und Uwe Seeler. Nach fast 24 Stunden ohne Nahrung eine Gourmet – Platte für mich. Meine Liebste wollte noch kommen, würde mir bestimmt noch etwas nachliefern. Sie rief an, unten an der Pforte wäre schon geschlossen. Aha, das christlich – fundamentalistische System zeigte bereits seine Krallen, Isolation und Spaltung, Kampf den Ungläubigen. Doch die eigentliche Prüfung sollte mir noch bevorstehen.
Ich dämmerte arglos vor mich hin. Alles war erledigt, Blutdruck gemessen, Tabletten gegessen, Ungemach fast vergessen, was sollte da noch passieren. Liebe Leidensgenossen, ich muss es hier in aller Deutlichkeit sagen, und da gibt es kein Vertun, die goldene Regel für Krankenhausaufenthalte lautet, nie abschalten, immer wachsam bleiben, wie der Leopard auf dem Sprung, wie der Sperber im Sturzflug (und egal was für Tiere da noch so mitmischen), Obacht! Denn auch hier lauern die Dämonen, Kreaturen aus einer anderen Welt, die plötzlich unvermittelt aufsteigen aus dem Hades des Gesundheitswesens, lichtscheu und hinterlistig. Viele ahnen es schon, ich spreche von der GEMEINEN NACHTSCHWESTER.
Es war kurz nach 23:00 Uhr, ich verfolgte verschiedene Gedankenstränge, durchquerte gerade weite Teile meiner Adoleszenz, da gewahr ich ein gänsehaftes Geschnatter im Trakt. Wie schon gesagt, die Türen standen auf, der Witterung geschuldet. Mein Bettnachbar bot sich an, die Tür zu schliessen. Kraftlos willigte ich ein. Doch die Intensität des Radaus hielt fast unvermindert an, zwischendrin schrie jemand Aua, unterlegt mit obszönem Gegacker, dann Geschepper, Gelächter, Geplärre. Was, zur Hölle, wurde da geprobt, die Befreiung Jerusalems durch inkontinente Kreuzritterhorden?
Die Tür flog auf, jemand schob eine Art Servicewagen herein. Da stand sie vor uns in ganzer Pracht, die Walküre der Untoten, die Geissel der Schlaflosen.
„Kann man das alles nicht ein klein wenig leiser machen“, entfuhr es meinem zermürbten Stimmchen, „es war ein langer Tag für mich und das kleine Prostatalein, und wir würden gerne überleben, zumindest diese eine Nacht. Ich brauche RUHEEE!“
„ICH mache nur meine Arbeit“, entgegnete sie spitz.
Ja, sie war hässlich. Bei Tageslicht würde ihr der Landvogt keine Arbeit geben können, würde sie doch das Gesinde verschrecken und all die fahrenden Händler mit gar kostbaren Gewürzen und feinem Tuch.
Ich erbettelte eine Schlaftablette und schwor, sie zu achten und zu ehren bis ans Ende ihrer Schicht. Und so geschah es denn auch.
Der Morgen graute. Ich dachte an den Sketch mit Iris Berben und Diether Krebs.
Sie: „Weisst du Herbert, als ich aus dem Fenster sah, graute der Morgen“.
Er: „Graute dem Morgen“.
Es war schnell Leben in der Bude. Blutdruck, Fieber, die Stuhlfrage, Tabletten, Frühstück. Mir wurde klar, ich würde mich bewegen müssen (die Stuhlfrage). Also tapperte ich los, in einer Hand der Kulturbeutel, in der anderen den Infusionsständer mit diversen Beuteln. Daher muss der Begriff „gebeutelt“ stammen, kam mir unweigerlich in den platten Sinn. Der ganze Hygienevorgang verlief unerwartet unfallfrei, obwohl sich im Spiegel ein schonungsloses Abbild meines Gesamtzustands präsentierte, welches ich doch zum ersten mal in Gänze wahr nahm. In meinem Penis steckte ein mindestens 3/4 zölliges Rohrsystem mit entsprechenden Muffen und Flanschen, wahrscheinlich mit einem Gummihammer reingeschlagen. Der einst so pulsierende Stolz meiner Virgilität reduziert auf das Schicksal eines erbarmungswürdigen Cocktail – Würstchens, aufgespiesst und verschrumpelt liegengelassen auf dem verwüsteten Buffet einer Urologen – Orgie. Mir wurde kurzzeitig schwarz vor Augen.
Wenig später wurde mein Bettnachbar entlassen. Seine Frau holte ihn ab. Ich überlegte beiläufig, wie sie sich wohl mit dem Wasserhahn arrangieren würde. Mir fehlte da die Phantasie, war wohl noch vom eigenen Anblick traumatisiert.
Wie schon erwähnt, man darf im Krankenhaus keinesfalls die Wachsamkeit vernachlässigen, denn die Fallstricke sind manigfaltig ausgelegt, die Attentate sorgsam vorbereitet. Das Frühstück war erstaunlich gut ausgefallen, zwei kleine Croissants und Butter, ich hatte wohl bei der Bestellung einen seltenen Glücksgriff getan. Aber Achtung, Täuschungsmanöver! Wie schnell sich alles wieder ins krasse Gegenteil verkehren kann, wurde mir beim Mittagessen deutlich. Als ich den Deckel hob, bot sich ein Anblick des Schreckens. Eine dampfende braune Masse entfaltete ätzende Dämpfe, darin schwammen wurstartige Fetzen und allerlei nicht zu identifizierender Unrat. Linsensuppe? Hastig schloss ich den Deckel. Kann es sein, dass diese Grossküche schon beim Dosenöffnen Fehler macht. Der schlimme Verdacht, dass man hier ggfs. operative Abfälle weiterverarbeitet schoss mir durch den Kopf. Soylent Green, Lebensmittel aus Menschenfleisch, Linsensuppe aus Prostata – Aushub, Sience Fiction??? Was liest man nicht alles? Der Kostendruck im Gesundheitswesen soll ja enorm sein.
Schnell gelangte meine Fassung zurück. Ich orderte bei meiner Liebsten die kleine Survival –Grundausstattung, Hummerschwänze, Austern, belgische Trüffelpastete und schottischen Wildlachs. Die Auswahl des Weines überliess ich ihr, da ist sie sehr speziell.
Der Samstag verging relativ geschmeidig, ich lag allein im Zimmer, vermutlich würde bis Montag kaum jemand dazu kommen, ausser Notfälle vielleicht. Meine Liebste brachte erlesene Speisen, tanzte in luftigen Gewändern durch die sonnendurchfluteten Gemächer des männlichen Siechtums, der Anverwandte erzählte zotige Schwänke aus dem Urologenalltag und trank den Wein weg, der Stationsarzt lobte die Farbe meines Ausflusses, lehnte die Austern aber ab. Es hätte so friedlich bleiben können, wäre da nicht diese erbarmungslos tickende Uhr, wäre da nicht dieses Wissen um die dunklen Stunden in den Fängen des Untiers.
Meine Gäste hatten sich verabschiedet. Meine Liebste hatte sich vorher noch überwunden, kurz einen informativen Blick unter meine Bettdecke zu werfen.
„Uiuiui – ach, du sch… , das wird schon wieder, das kriegen wir hin“, verkündete sie zuversichtlich klingen wollend, nachdem sie ihren Würgereiz halbwegs im Griff hatte. Ja, es wird viel gelogen in unserer Beziehung.  
Das Vintage – Abendbrot stand unberührt auf meinem Tisch, ich kaute gedankenverloren an einem Hummerschwanz, die Dämmerung umhüllte mich mit ihrem sanften Glanz, dieser schlecht beleuchteten Suggestion einer friedfertigen Welt. Würde es jemals wieder so sein wie früher? Gottseidank, nein!
Auf dem Gang wurde getrampelt, ein alter Mann schrie Aua. Der Drache war zurück. Ich wog die Möglichkeiten einer Bewaffnung ab. Ich war mir mittlerweile sicher, sie betreibt hier irgendwo ein Sado – Maso – Studio. Der alte Mann schrie nochmals Aua. Genau, sag ich doch.
Die Tür flog auf, der Servicewagen schob herein, gefolgt von der Fürstin der Finsternis:
„Wir messen den Blutdruck.“ –  Sie war kurz angebunden.
„Ein bisschen zu hoch.“ –  Warum wohl, du Wurst?
„Wollen sie wieder eine Schlaftablette?“ Sie wartete die Antwort nicht ab und stellte mir gleich zwei Tabletten hin. Ein Giftanschlag?
„Gute Nacht.“ Rumms, die Tür fiel ins Schloss. Das klang nach Abschied, aber nicht nach dem Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
Die Zeichen standen auf Ruhe, zumindest bei mir. Ich entkorkte einen 59er Chateau Lafite und nahm einen kräftigen Schluck, dann die Tabletten, zu guter Letzt noch ein Stück Herrentorte. Ich schlief ein.
Auf dem Gang tobten die Kreuzritter, ein alter Mann schrie Aua.
Es war Sonntag. Ich war früh wach, aber irgendwie entspannter. Routine setzte ein, das ganze Gebimmel und Gebammel zwischen meinen Beinen verlor an Bedeutung. Ich schlich schon selbst über den Korridor zum Wasserspender. Diese Entscheidung war im nachhinein doch eher semi.
In der angrenzenden Damenabteilung öffnete sich eine Tür und eine ziemlich gut aussehende, junge Frau im Nachthemd trat hinaus. Sie lächelte mir zu und visierte selbigen Wasserspender an, den ich gerade in Beschlag hatte. Ich trat umgehend den Rückzug an, seitlich laufend wie eine Krabbe (wegen dem perversen Scheisshemd), in einer Hand die Kanne, in der anderen den Infusionsständer, unten das Gebammel, ganz abgesehen von einem festgeschweissten, dämlichen Grinsen in meinem Gesicht. Es gab schon glanzvollere Auftritte für Don Juan.
Dennoch, zwei Erkenntnisse durfte ich aus diesem Ereignis gewinnen:
mein Schlüsselreizsystem war durch Operation offenbar nicht beeinträchtigt, und
geh, verdammt nochmal, nie wieder so schlecht angezogen aus dem Haus.
Da heute mit Besuch zu rechnen war (und dem eben erwähnten kleinen faux pas), legte ich, soweit möglich, legere Freizeitgarderobe an. Der Besuch trudelte dann auch ab Mittag ein, die Liebste, der Anverwandte, Sohnemann mit Frau, Freunde, Kollegen und Bekannte. Schnell waren die Sitzplätze vergriffen. Alle brachten Lebens- und Genussmittel verschiedenster Art mit, die in einem spontan improvisierten Buffett feilgeboten wurden. Ein DJ begann aufzulegen. Die Stimmung wurde ausgelassen. Weder hatte ich ab da den Überblick, noch kannte ich sämtliche Gäste. Bei der Polonaise durfte ich im Bett bleiben, wurde aber mitgeschoben. Ein alter Mann im Patientenhemd schrie unentwegt Aua und schwang den Urinbeutel im Takt. Der Stationsarzt mahnte an, meine Tabletten solle ich doch bitte selbst einnehmen, nicht an Gäste verteilen, und widmete sich dann eiligst dem Buffett, welches schon merklich abgenommen hatte. Es roch nach Canabis und Nudelsalat. Der Höhepunkt der Veranstaltung sollte allerdings noch erreicht werden.
Wir sprechen hier vom unbestrittenen Highlight des Amateur – Rennsports, man könnte auch sagen, ein absoluter Klassiker (vergleichbar mit Paris – Roubaix im Radsport). Manch einem standen Tränen in den Augen, als die Matadoren sich starklar machten für das Finale im Massensprint der Infusionsständer des diesjährigen Urin – Beutel – Cup der Seniorenklasse. Eine aufgeblasene Papiertüte wurde zum Startschuss, und los ging die wilde Fahrt. Schon in der ersten Kurve trennte sich die Spreu vom Weizen. Die Favoriten, zwei Best – Ager (oder knapp drüber) lieferten sich ein packendes Beutel – an – Beutel – Rennen. Die hinten offenen Hemdchen wehten im Fahrtwind und offenbarten schwitzige, behaarte  Rückenmuskulatur unter Hochspannung. Slicks oder Intermediates, würde auch hier die richtige Wahl der Adiletten wieder die Entscheidung bringen? Die Athleten gaben alles, doch da, ein grobes Foul, oder doch ein Fahrfehler? Ein Raunen ging durch Publikum. Eine Adilette hatte die Ferse des Kontrahenten gestreift, welcher mit dem Heck ins Schlingern geriet, die Kontrolle entscheidend verlor und umgehend in den herumstehenden Catering – Wagen donnerte. Herr im Himmel, kann er das überleben? Doch, er hebt die Hand, das Zeichen „ich bin okay“. Einige Scheiben Prostata – Mortadella rollten über den blank gewienerten Flurboden, ein Gürkchen ward zerquetscht. Das Publikum atmete auf und brach umgehend in Jubel aus, als der Gewinner, ein Bauspengler aus Niederroden, die Zielflagge passierte. Der Gestrauchelte warf noch einen Urinbeutel hinter seinem Kontrahenten her, aber es war zu spät, auch er musste schliesslich seine Niederlage eingestehen und gratulierte fair dem Sieger. Welch ein Sportsgeist!
Jede Party geht einmal zu Ende. So auch diese. Die Gäste zerstreuten sich allmählich.
Später, im Laufe des Abends kam ein grosser, breiter, tiefschwarzer Mann in mein Zimmer. Er gab sich als Angehöriger des Personals zu erkennen, schaute nach den Tabletten und dem Blutdruck, sprach langsam und wirkte ungemein beruhigend auf mich. Auf seinem Namensschildchen stand „Baptiste“. Ich nannte ihn den „Nubier“. Sollte das womöglich die neue Nachtschwester sein? Er sagte auch noch, dass mein Katheter morgen rauskäme, dann müsste ich wieder selber pinkeln. Ich merkte an, ich wüsste gar nicht, mehr wie das geht. Darauf entgegnete er, es wäre wie Fahradfahren, das verlernt man nicht. Wir lachten beide.
Es ging eindeutig aufwärts.
Die Nachtschwester tauchte nicht mehr auf. Nicht am Abend, nicht am Morgen. Der Nubier allerdings auch nicht. Schade. Dafür wurde ein neuer Patient bei mir einquartiert.
Aber erstmal der Reihe nach. Die Visite war recht früh, ich bekam die Ansage des Nubiers nochmal offiziell bestätigt. Und wenn die Tests, Ultraschall und blablabla, ja, dann wäre morgen Schluss mit dem lustigen Ferienlager hier, dann dürfte ich nach Hause. Yes, ich ballte die Faust. Wenig später erschien ein osteuropäischer Akzent, mittleren Alters, und zog das Rohr aus dem Genital. Es machte nicht mal plopp.
Der Neue sah Scheisse aus, seine Familie auch. Später erfuhr ich, dass bei ihm die Leitung komplett dichtgemacht hatte. Das tut verdammt weh. Vielleicht hatte der alte Mann, der nachts immer Aua schrie, doch keinen Foltersex mit der Untoten. Mir kamen erste Zweifel.
Jedenfalls hatte der Neue, ein Mann um die sechzig, das ganze Notfall – Alarmprogramm hinter sich und war völlig entnervt. Willkommen im Club. Wahrscheinlich lehnte er auch deshalb meine pochierten Eier an Trüffelschaum ab, die ich ihm verführerisch unter die Nase hielt. Er verdämmerte den Tag weitestgehend.
Ein junger Assistenzarzt lud mich zum Ultraschall, aber ich sollte ruhig erstmal Mittag essen. Es war gerade aufgetragen worden. Ich hob den Deckel hoch. Auf dem Teller kam ein weiteres kulinarisches Verbrechen ans Tageslicht. Die Kriminologie würde hier sicherlich von einem, oder mehreren Serientäter / –n ausgehen, zieht man die vorherigen Tage mit in Betracht, aber inwieweit wäre dieser Sachverhalt juristisch belastbar und käme meine Rechtschutzversicherung dafür auf? Ein Grenzbereich vermutlich. Ich sah es daher lieber mit den Augen des Künstlers, farblich verlief eine kraftvoll – virtuos geschwungene rote Grenzlinie (Tomatensossenimitat) über den Teller aus der ein weisser Sporn (Fisch?) provokant hervorlugte, kontrapunktiert von den mit leichter Hand eingeworfenen Grünphasen (verkochter Brokkoli), fand das Auge eine kurz Ruhe im Nichts sein (pappiger Reis). Ich setzte den Deckel wieder auf.
Drei Minuten später war ich beim Ultraschall. „Sie haben aber schnell gegessen“,  konstatierte der Mediziner. Wir tauschten wissende Blicke aus, es bedurfte keiner weiteren Erklärung.
Der Tag verlief in ruhigen Bahnen, meine Tests hatte ich bestanden, was sollte jetzt noch schiefgehen? Ich schnitt ein paar Scheiben von der toskanischen Salami ab und goss einen 2011er Brunello di Montalcino ein. Abschiedsmodus.
Der Abend klebte sich lau und besänftigend auf mein zerwühltes Gemüt. Der Gefolterte blickte von seinem Kreuz vergebend auf mich herab, ich blickte zu ihm hinauf, weniger verzeihend, mehr analytisch, kritisch hinterfragend. Der Erlöser, kein leichter Job, gewiss, aber macht es Sinn, immer mit dieser Leidensmiene und dem Holzbalken im Kreuz zu performen, wäre da nicht mal ein Image – Restructuring angezeigt. Oder wäre es nicht stattdessen viel besser, eine spärlich bekleidete Junfrau Maria an die Wand zu tackern, sozusagen als der unbefleckte Seelenanker einer an schwindender Manneskraft darbenden Alte – Weisse – Männer – Auffangstation, deren Protagonisten sich nächtens noch einen zähen Abnutzungskampf mit einer misandrischen Anti – Christin liefern müssen. Gesund geht jedenfalls anders!
Der alte Mann schrie Aua.
Mein Nachbar stöhnte auffällig leidend, es lag Unheil in der Luft. Wenig später erschien eine schleiertragende, dunkelhäutige Frau, mass bei ihm Fieber und geriet in Wallung. Es kam eine weitere Frau (bekannter Akzent) und übernahm offenbar das Kommando. Es wurden verschiedene Beutel am Ständer montiert, abmontiert, wieder anmontiert, Leitungen verlegt. Doc Murphy war wieder nicht zu erreichen. An Schlaf war ebenfalls nicht zu denken. Sie ziehen ihr Zerrüttungs – Programm durch, bis zum letzten Beutel, bis zur letzten Ampulle, dachte ich. Egaaal! Ich hatte nur noch ein Ziel, den güldenen Morgen, ob er oder ihm graute, what shalls.
Er graute, glaube ich mich zu erinnern. Eine junge Assistenzärztin lud mich zur Abschlusskonferenz. Es gab eine Latte Verhaltensmassregeln, gottseidank auch in schriftlicher Form. Apropos Latte, die Frist für sexuelle Enthaltsamkeit stand nicht direkt auf der Liste, es war vermutlich unter Rubrik Sport mit verhackstückt, ich fragte aber sicherheitshalber mal nach. Zwei Wochen, aber immer schön langsam, man solle in den Körper hineinhören. Okay, das krieg ich hin, hineinhören, mal sehen, wer da spricht.
Ansonsten wünschte sie mir alles Gute. Mein übernächtigtes Herz wünschte sich einen Espresso. Gefühlte drei Sekunden später sass ich auf gepackter Tasche und mit zittrigen Knien auf der Bettkante. Mein Nachbar sah schon deutlich rosiger aus, als gestern Nacht. Er kaute abwesend auf seinem Vintage – Frühstück. Ich sagte ihm noch, die würden das hier alles prima hinkriegen, auch bei ihm, da wär ich ganz sicher. Das mit dem Höllenritt behielt ich lieber für mich. Bin ja kein Unmensch.
Der herbeitelefonierte Sohnemann war kurze Zeit danach schon vorgefahren.
„Eh, Alder, du siehst aber Scheisse aus!“
Genau, wenn man erstmal einen Lauf hat …

Mir ist natürlich bewusst, das bei einigen Leidensgenossen die Auseinandersetzung mit diesem störanfälligen Männerbauteil erheblich bedrohlicher verlaufen kann. Ihnen gilt meine uneingeschränkte Solidarität. Ich kann (glücklicherweise) nur von dem berichten, was mir widerfahren ist, und irgendwie den entsprechenden Humor aufbringen, mit meinem Verfallsdatum klar zu kommen.
Alles in allem bin ich dem Tod diesmal nicht von der Schippe gesprungen, wenn man die Nachtschwester da mal rausnimmt. Ich bin ganz zügig in der Rekonvalezens gelandet. Und ich und mein malträtiertes Geschlechtsteil fangen wieder an, sich anzunähern, man könnte sogar sagen, wir stehen wieder zusammen (den konnt´ ich mir jetzt nicht verkneifen).
Meine Liebste hält sich da vorerst raus. Ich hatte zwar bei ihr angefragt, ob sie vielleicht, unter Umständen, gelegentlich mal vorsichtig nachgucken wolle, oder sich möglicherweise leichte gymnastische Übungen zum gemeinsamen Finden der inneren Mitte vorstellen könne, aber sie lehnte kategorisch ab. Sie mache keine halben Sachen, sie habe den vollständigen Mann gebucht. Das kann ich verstehen. So liebe ich sie.
Ich habe vorsichtshalber mal meine historische Pornofilm – Sammlung aus dem Keller geholt und einen VHS Recorder gemietet. Ich denke, die könnte auch mal neu katalogisiert werden, nach Durchsicht natürlich. Nicht wenig Arbeit, so vierzig / fünfzig Stunden mindestens. Hilft ja nix, einer muss es ja tun.
Ach übrigens, der Kontakt mit dem Anästhesisten war dann doch nicht so prickelnd. Ich habe ihn zwar mehrfach erreicht, aber er wollte partout kein Propofol rausrücken, auch keine Reste, so quasi als Doggy – Bag. Stattdesessen hat er mir eine Adresse von den „Anonymen Propofolikern“ geschickt. Das fand ich schon ganz schön humorlos.
Ich komme zum Ende. Ich schätze, ich bin soweit übern Berg. Daher möchte ich meiner Liebsten danken, die mich unermüdlich mit Delikatessen bombardiert hat, und alles gehalten hat, was zu halten war (das Händchen meine ich!). Und dem anverwandten Urologen natürlich auch, der mich hervorragend moralisch aufgebaut hat, obwohl ich nachträglich erfahren habe, dass er hauptsächlich mich und andere Jammerlappen loswerden wollte, die ständig seine Praxis belagert haben und ihm mit ihrem mimosenhaften Geseire dermassen auf den Senkel gegangen sind. Und Danke auch an meinen Freund J., dem trotz krummer Füsse kein Weg zu weit war, und all die anderen, die irgendwie (und warum auch immer) zu mir gehalten haben.
Mein Gott, was soll ich noch sagen, schauen wir mal, was kommt. Ich probiere es mal ganz in Ruhe, am Besten ohne den Allmächtigen, und dem Tod schon gar nicht, so kurz vor Beginn der Bundesliga. Von daher lasst uns in Zukunft über anderen Quatsch reden.


Hinweis: Die Handlung, alle Sachverhalte und Schauplätze innerhalb des gesamten Universums, sowie alle handelnden Personen, sind gänzlich frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeiten mit irdischen oder überirdischen Daseinsformen sind völlig ausgeschlossen.

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